Coronavirus-Krankheit (COVID-19)


Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 (Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 [SARS 2] / 2019-nCoV / Wuhan coronavirus / Human coronavirus 2019 [HCoV-19]) hat eine Pandemie ausgelöst: COVID-19.

Die Symptome ähneln dem SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom), eine andere Corona-Krankheit, die im Jahr 2003 einen Ausbruch in China hatte. Für SARS hat die WHO den Reservekode U04.9 Schweres akutes respiratorisches Syndrom [SARS], nicht näher bezeichnet bestimmt.

Zusatzkodes für COVID-19

 

© BfArm

Am 17.02.2020 wurde von WHO und DIMDI der Reservekode U07.1! und U07.2! für die „neue“ Coronavirus-Krankheit (COVID-19) freigegeben und die Verwendung in Deutschland “ab sofort” verbindlich gemacht. Damit wird der bereits existierende (obligate) Sekundärkode B97.2! Koronaviren als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind spezifisch ergänzt oder sogar ersetzt, das ist noch nicht ganz deutlich. Vorläufig kodieren wir diesen Schlüssel zusätzlich.

Die Durchführung von Tests auf COVID-19 kann kodiert werden mit U99.0. Der Reservekode wurde im Mai 2020 für diese Verwendung freigegeben.

Hinweis: Die Testung auf Corona ist über die ICD-Kodierung mit einem Zusatzentgelt verknüpft! Das Ergebnis des betreffenden Schiedsverfahrens vom 05.06.20 finden Sie hier.

Erstmals für das Jahr 2021 gelten die dargestellten Kodes aus U08 und U09.

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© DIMDI

Quarantäne nach Exposition

Wenn der Patient keine Symptome hatte aber im Krankenhaus isoliert wird, weil er exponiert war, wird wie folgt kodiert:

  1. Z20.8 Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten
  2. U07.2! COVID-19 ohne Nachweis (nur wenn COVID-19 am Ende nicht ausgeschlossen wurde)
  3. B97.2! Koronaviren als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind (nur wenn COVID-19 am Ende nicht ausgeschlossen wurde)
  4. U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Positiver Virentest ohne Krankheitssymptome

Wenn der Patient positiv getestet wurde, aber nicht krank ist, wird wie folgt kodiert:

  1. Z22.8 Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten
  2. U07.1! COVID-19 mit Nachweis
  3. B97.2! Koronaviren als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind
  4. U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Negativer Virentest bei Symptomen

Wenn der Patient verdächtige Symptome hatte, aber negativ getestet wurde, wird wie folgt kodiert:

  1. Kodes für die betreffenden Symptome (siehe unten)
  2. U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Negativer Virentest ohne Symptome (verdachtsunabhängige Routineuntersuchung)

Wenn der Patient keine Symptome hatte und bei einer Routineuntersuchung negativ getestet wurde, wird wie folgt kodiert (siehe auch die Kodierfrage bei DIMDI):

  1. Z11 Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
  2. U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Spätfolgen nach Erkrankung an COVID-19

Wenn der Patient Symptome / Krankheiten hat, die Folge einer COVID-19 Erkrankung sind (z. B. Fatigue), die Krankheit aber ausgeheilt ist:

  1. Kodes für die Symptome (z. B. G93.3 Chronisches Müdigkeitssyndrom [Chronic fatigue syndrome])
  2. U09.9! Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet

Kodierung der Krankheitssymptome

Die Krankheit selbst kann beispielsweise wie folgt kodiert werden:

  • Halsschmerzen

    J02.8 Akute Pharyngitis durch sonstige näher bezeichnete Erreger
    J04.0 Akute Laryngitis (bei Heiserkeit)

  • Husten - Bronchitis

    J20.8 Akute Bronchitis durch sonstige näher bezeichnete Erreger
    Eventuelle bei Kindern auch die Bronchiolitis: J21.8 Akute Bronchiolitis durch sonstige näher bezeichnete Erreger

  • Husten - Pneumonie

    J12.8 Pneumonie durch sonstige Viren

Kodierung von SIRS und Sepsis

Wenn ein systemisches inflammatorisches Response-Syndrom auftritt, wird das als infektiöses SIRS (R65.0) kodiert. Siehe das Thema SIRS.

Eine Sepsis durch Viren kann im ICD nicht spezifisch kodiert werden. Hier bleibt nur das SIRS mit Organkomplikationen R65.1.

Respiratorische Insuffizienz

Eine schwer verlaufende Krankheit kann sogar zur Beatmungspflicht führen. Dabei ist die respiratorische Insuffizienz zu kodieren. Siehe das Thema respiratorische Insuffizienz.

Isolationsbehandlung

Wenn ein Patient wegen Besiedlung mit SARS-CoV-2 oder wegen COVID-19 (“Corona-Krankheit”) isoliert behandelt wird, darf 8-98g Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit nicht multiresistenten isolationspflichtigen Erregern ggf. kodiert werden. Die Liste aus dem OPS ist nicht abschließend. Dazu gibt es eine Kodierfrage auf der Webseite von DIMDI.


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